Tuesday, August 30, 2011

Wir brauchen einen Steve Jobs für die Entwicklung meiner Tageszeitung !


Was mir heute morgen passiert ist, wollte ich eigentlich niemanden erzählen. Da die Angelegenheit aber quasi gesellschaftliche Bedeutung hat, erzähle ich nun doch die Geschichte und hoffe auf das Verständnis und Mitgefühl meiner Leser.
Ich gehe also - wie jeden Morgen - zum Briefkasten und hole mir "die Welt". Die erste halbe Stunde des Tages Zeitung lesend und ohne Reizüberflutung durch die neuen Medien im Corbusier Sessel des Arbeitszimmers zu verbringen ist mir zu einer angenehmen Gewohnheit geworden.
Aber nun kommts: Ich schlage den Wirtschaftsteil auf und will mir das Foto des Artikels "Chinas Lust auf deutsches Schwein" genauer ansehen, lege meine Hand auf die Zeitung und spreize gedankenlos Daumen und Zeigefinger zur Vergrößerung. (Siehe Foto oben) Erst da wird mir bewusst, dass die Tageszeitung ein Medium des vorletzten Jahrhunderts ist und auf solche Inputs natürlich nicht reagiert. Ich schüttel den Kopf über mein dummes Verhalten, aber das schale Gefühl bleibt: Warum haben wir noch immer keine moderne interaktive Zeitung, die auf meine Wünsche und Eingaben adäquat reagieren kann?

Natürlich, die Entwicklung ist sicher im Gang, neue Werkstoffe könnten eine nächste Generation von Papier mit dem gewünschten Verhalten erzeugen. Und dann brauchen wir wieder einen weitblickenden Steve Jobs zur Umsetzung neuer Zeitungsideen.

Ich weiß was du sagen willst, lieber Leser. "Das gibts doch schon längst! Mit dem IPAD kann man doch schon Zeitung lesen, Texte vergrößern". "Klar", sage ich da, ABER: das ist nicht wie ECHTES Zeitunglesen. Da fehlt mir etwas. Da fehlt mir ... das Knistern des Zeitungspapiers! Erst beim Knistern des Papiers macht das Zeitunglesen Spaß! Und eine App für das Zeitungsknistern gibt es eben noch nicht. Und das aus gutem Grund! Dann wäre nämlich die IPAD-Zeitung so echt, dass wir sie nach dem Lesen aus Versehen in den Papierkorb werfen würden. Und das wäre dann doch zu Schade!

Monday, August 29, 2011

Flatrate für Strom im Haushalt endlich realisierbar !



Meine Flatrate fürs Internet kostet mich 10 Euro pro Monat. Mich!
Die wahren Kosten sind natürlich viel höher. Ich bin nämlich täglich stundenlang am Surfen. Mit Google-Abfragen, Downloads, Uploads, Streaming usw. halte ich weltweit dauernd eine Menge Computer am Laufen. Ein ganz schöner Stromverbrauch kommt da zusammen. Während meines vierzehntägigen Urlaubs im August in Griechenland konnte sich das weltweite Computernetz sicher auch ein Stück erholen, da ich meinen Laptop zu Hause gelassen hatte. Die 10 Euro wurden mir natürlich trotzdem abgezogen.
Dagegen verbrauchen die paar Glühlampen und die Spülmaschine bei mir zu Hause nur einen Bruchteil im Vergleich zu meinem weltweit angezapften "Internetstrom", und doch zahle ich dafür an die 60 Euro monatlich. Und ich achte immer schön auf meinen Stromverbrauch, damit das alles nicht noch teurer wird.

Warum ist das eigentlich so? Entweder werde ich beim heimischen Elektrizitätswerk abgezockt oder irgendein gütiger Internetversorger unterstützt mich finanziell beim googlen? Die Lösung des Problems ist wie immer ganz einfach: Die dauernden Werbe Pop-Ups sind´s, die machen das Internet so billig. Ich darf also praktisch umsonst surfen, weil ich - statistisch gesehen - dafür andere Sachen kaufe.

Und das bringt mich nun auf eine glanzvolle Idee zur Realisierung der revolutionären "Haushalts-Strom-Flat-Rate". Die geht so: Wir konstruieren spezielle Lampen, die bestimmte Lichtmuster erzeugen. Wird die Wohnzimmerlampe angeschaltet, erscheint an der Decke: "Dieses Licht wird Ihnen präsentiert von der Molkerei Weihenstephan", die Schreibtischlampe im Arbeitszimmer erzeugt auf dem Schreibtisch ein Lichtmuster mit der Schrift "Ich bin doch nicht blöd" und wenn das Nachtischlämpchen angeschaltet wird, ist an der Decke über dem Bett zu lesen "Alles Müller, oder was?".

Großartig! So bekommen wir unseren Haushaltsstrom endlich auch für 10 Euro, die ganze elektrische Energie wird durch Werbung bezahlt und wir können uns für das Gesparte jede Menge Hustensaft zusätzlich kaufen, sollten dann aber wegen der Nebenwirkungen immer unseren Arzt oder Apotheker fragen.

Sunday, August 28, 2011

Mit Google Earth auf Humboldts Spanienroute


Immer wieder begeistern mich die Karten und Bilder von Alexander von Humboldt. Sehen wir uns einmal seine hier abgebildete Höhenkarte an, die die Gebirgsformationen entlang seiner Route durch Spanien von Südost nach Nordwest wiedergibt. Es war 1799, als Humboldt von Valencia über Madrid bis nach La Coruña reiste, bevor er zu seiner Südamerikareise aufbrach. Am Hof von Aranjuez (in der Senke etwas rechts von der Mitte auf der Karte) wurde er vom König von Spanien empfangen.
Ich setze mich in meine Cessna und fliege los von Valencia Richtung Nordwest. Nach ein paar Abstürzen auf die Orangenfelder im Hinterland von Valencia schaffe ich es doch noch die Maschine in der Luft zu halten. Extrem spannend. Endlich komme ich in die Nähe von Aranjuez. Und da entdecke ich auch das Flusstal des Rio Tajo. Whow! Das ist also die Senke, die Humboldt gemessen und Jahre später genau aufgezeichnet hat. Auf einer Höhe von 480 m liegt der Fluss hier. Schon geht es weiter und bald erreiche ich schwitzend Madrid.
Und immer, wenn ich solch wunderbare kostenlose Instrumente wie Google Earth benutze, deren Entwicklung ja viele Millionen Dollar gekostet hat, dann frage ich mich - automatisch und ohne Absicht - warum bekomme ich das eigentlich alles gratis?

Saturday, August 27, 2011

Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen von IPAD II

Anwendungsgebiete:
Aufmerksamkeitsüberfluss, Konzentrationsüberschuss, Realitätsgewinn

Sobald wir die genannten krankhaften Veränderungen an uns bemerken, greifen wir sofort zu IPAD II und wechseln während mindestens drei Stunden alle drei Minuten die Applikation. Während dieser Zeit sollten wir möglichst jegliches Real-World-Verhalten vermeiden. Blickkontakt mit in der Nähe befindlichen Bildschirmen von Laptops oder Fernsehapparaten ist jedoch erlaubt und bei regelmäßig vorkommenden Anfällen von Konzentrationsüberschuss oft von Vorteil.

Vermeintliche Nebenwirkungen

Gefühle von Konzentrationsmangel, Aufmerksamkeitsdefizit oder Realitätsverlust können auftreten. Sie haben jedoch keine reale Grundlage. Sie entstehen lediglich auf Grund der neuen Erfahrung eines normalen Konzentrations- und Aufmerksamkeitspegels. Wenn die beschriebenen Gefühle zunächst negativ besetzt sind, sollte IPAD II grundsätzlich mehr Zeit, durchaus auch während der Einnahme von Mahlzeiten bedient werden, wenn möglich auch beim Zähneputzen oder während des Stuhlgangs. Hierdurch treten allmählich die Gefühle von Konzentrationsmangel, Aufmerksamkeitsdefizit oder Realitätsverlust in den Hintergrund und wir gelangen so unbemerkt zu einem normalen niedrigeren Konzentrations- und Aufmerksamkeitsniveau.